im Rahmen der Bund-Länder-Initiative "Innovative Hochschule"

Dr. Silke Kleihauer (Projektleitung)
Prof. Dr. Birte Frommer, Dr. Christina West (Projektleitung Teilvorhaben 6: zukunftsorientierte Stadtentwicklung)
Prof. Astrid Schmeing (Beteiligung am Teilvorhaben 6)


Der Fachbereich Architektur beteiligt sich insbesondere über Lehrveranstaltungen an dem Transferprojekt.

 


Ergebnisse der Lehre werden zur Anreicherung des Diskurses um eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung in Darmstadt eingesetzt. Die studentischen Entwürfe zeigen Möglichkeitsräume einer nachhaltigen Gestaltung.

Ausstellung in leerem Ladenlokal von Iber Immobilien

Vom 20. bis 23.09.18 gab es eine Ausstellung zum Thema "nachhaltiger Umbau der Mollerstadt" in der Studierendenarbeiten zu den Themen "Stadt der kurzen Wege", "Mobilität", "Grünraumentwicklung" und "Akteure" gezeigt wurden. Zur Eröffnung hat Planungsamtleiter Jochen Krehbiehl mit Beteiligten des Teilvorhabens 6 sowie den Studierenden über das Thema diskutiert.

Öffentlicher Diskussionsabend mit Ausstellung

Am 13.06.19 gab es einen öffentlichen Diskussionsabend mit Ausstellung in der Schaderstiftung zum Thema "Multifunktionale Orte - Dialog zur Entwicklung neuer Zentren am Rand".

Darmstadt ist eine wachsende Stadt. Neben steigendem Bedarf an Wohn- und Gewerberaum, nehmen auch die Pendlerströme stetig zu. Um den Anforderungen der Bürger und Bürgerinnen der Stadt und des Umlands gerecht zu werden, müssen jetzt die Voraussetzungen für das Darmstadt der Zukunft bereitet werden.  Es braucht einen ganzheitlichen gestalterischen Ansatz um die Stadt, trotz der vielfältigen Herausforderungen, lebenswert und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Im Darmstadt 2030+ Prozess wurde die Idee einer Ringstadt eingebracht. Ein Ring von sogenannte HUBs soll entstehen, die an zentralen Verkehrsknotenpunkten am Stadtrand mit großen „Abfang“-Parkhäusern das Umsteigen auf das Fahrrad oder den ÖPNV vereinfachen, zudem jedoch auch andere Funktionen des Zusammenlebens erfüllen. Kurz: Es sollen multifunktionale Orte entstehen, neue Zentren am Rand. Wie können Anreize gesetzt werden, dass Menschen stärker die Ortseingänge als natürliche Umsteigepunkte wahrnehmen? Welche zusätzlichen Funktionen sind denkbar?

Im Rahmen von Studierendenarbeiten wurde am Fachbereich Architektur der Hochschule Darmstadt weitergedacht. Studierende haben Entwürfe für diese multifunktionalen Orte entwickelt, die sowohl eine alternative Verkehrsgestaltung als auch Ideen für die Entwicklung des umliegenden Quartiers beinhalten. Die vielfältigen Visionen für Darmstadt wurden nun im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Ausstellung vorgestellt und gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis weiterentwickelt.  Durch die Kombination der Erfahrungen und des Wissens der Stadtakteure und dem unbefangenen Blick junger Studierenden wurde eine besonders interessante und kreative Diskussion zur Gestaltung dieser Verkehrsknotenpunkte, die eine so große Bedeutung für die weitere Entwicklung der gesamten Stadt haben, angeregt. 


Projektleitung: Prof. Volker Kleinekort
Prof. Astrid Schmeing, Dipl.- Ing. Univ. Iris Scherer
Annika Griewisch, Katharina Körber, Vanessa Karl, Isabell Kram


Forschungsvorhaben


"Wie Wohnen - Studie zur strategischen Bestandsentwicklung im Wohnungsbau" (2013, laufendes Forschungsprojekt)

Das Lehrgebiet für Städtebau bearbeitet aktuell ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Wie Wohnen – Strategische Bestandsentwicklung im Wohnungsbau“. Diese Arbeit soll die urbanen Potentiale moderner Siedlungen der Nachkriegszeit stärker ins Blickfeld rücken und ganzheitliche Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, die über die übliche Praxis der architektonischen Sanierung hinaus gehen und die monostrukturell angelegten Siedlungen als ein Stück Stadt und Teil von Stadt begreifen und auszubauen suchen.

 

Themenfeld
Moderne Siedlungen (der sog. Nachkriegsmoderne der 50er- 70er Jahre) werden einem zeitgenössischen Stadtbegriff folgend meist als anti-urban empfunden. Entgegen dem geltenden Leitbild sind sie nicht dicht, durchmischt und vielfältig. Stattdessen folgen sie in ihren Zeilenbauten dem funktionalistischen Leitbild nach Luft und Sonne. Sie sind meist monostrukturell, sowohl in der Architektur als auch in der sozialen Zusammensetzung ihrer Bewohner. Der Grünraum ist der neutrale Hintergrund einer Architektur als Objekt, oft sind dies schlicht ungenutzte „Resträume“. Diese Siedlungen sind nicht nur im Hinblick auf das städtebauliche Leitbild sondern auch hinsichtlich ihrer Bausubstanz in die Jahre gekommen. Aus der negativen Wahrnehmung dieser Form von Stadtstrukturen heraus werden sie vielerorts abgerissen. Im Falle einer Sanierung erfolgt diese oft nur nach energetischen Aspekten. Dabei werden die Siedlungen als autarke Einheiten, isoliert als Architektur, nicht als Städtebau gehandhabt. Mit beidem, dem Abriss, wie auch der rein architektonischen Gebäudesanierung wird man dem Potential dieser Siedlungen als Stadträume aber nicht gerecht.

Denn im Gegensatz zum aktuellen Trend einer „low rise – high density“ Entwicklung mit großen Wohneinheiten auf minimierten Grundstücken bieten die inzwischen historisch gewordenen Siedlungen große Grünflächen und Freiräume. Insbesondere diesen unternutzten Freiflächen kommt ein besonderes Potential auf veränderte, teilöffentliche und Teilöffentlichkeit stiftende Nutzungformen zu, die sich in der Architektur ergänzen und ausbauen lassen. Durch die vorhandene Bausubstanz und den damit dem Neubau gegenüber niedrigeren Entwicklungskosten ist dieses „Modell“ des Erhaltens als möglich anzusehen.

 

Projektteam
Prof. Volker Kleinekort, Projektleitung und Projektkoordination, Forschungsbereich
Städtebau und Infrastrukturräume, Hochschule Rhein Main, Lehrgebiet für Städtebau und Gebäudelehre

Prof. Astrid Schmeing, Hochschule Darmstadt, Lehrgebiet für Städtebau,
Forschungsbereich Wohnungsbau und Zwischenstadt

Dipl.- Ing. Univ. Iris Scherer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Annika Griewisch, Katharina Körber, Vanessa Karl,
Isabell Kram - Studentische Mitarbeiterinnen