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Eine Person steht hinter einer mobilen Holzinstallation auf Rollen im Eingangsbereich des Demokratielabors. Auf der Vorderseite sind bunte Formen in Blau und Gelb mit dem Schriftzug „STARTE HIER“ angebracht. Links führt eine offene Tür mit schwarzem Vorhang in einen Raum mit der Beschriftung „DEMOKRATIELABOR“. An der Wand hängen farbige Plakate und ein schwarzer Wanduhr zeigt die Zeit. Der Raum wirkt wie ein experimenteller Lern- oder Ausstellungsort.

Demokratielabor

Kategorien
Realisierungen

Betreuer
Katharina Körber
Oskar Gerspach-Wolf

Studiengang
Architektur und Innenarchitektur

Studiengrad
Master

Modul
Neue Medien II Mixed Media

Zeitraum
Sommersemester 24

Im Sommersemester 2024 entstand im Masterkurs Neue Medien II – Mixed Media des Lehrgebiet emerging design Technologies (edt.) das Demokratielabor – eine interaktive Ausstellung, die sich experimentell mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Studierenden entwickelten eigenständig räumliche, digitale und mediale Installationen, die Besucherinnen und Besucher dazu einluden, über Demokratie nachzudenken, sie zu erleben und neu zu interpretieren.

Fotobox des Demokratielabors

Am Anfang der Ausstellung stand eine begehbare Box, die als Einstieg und Orientierung diente. Hier beantworteten die Besucher Fragen zu ihrem Demokratieverständnis, machten ein Foto von sich und erhielten einen Ausdruck mit einer individuellen Nummer. Diese Nummer begleitete sie durch die gesamte Ausstellung. Im Inneren der Box inszenierten kleine Theatrinos verschiedene Szenen rund um demokratische Prozesse und alltägliche Formen des Miteinanders.

Im Hauptraum des Demokratielabors wurden alle aufgenommenen Fotos an einer großen Wand sichtbar. Dort konnte jede Person ihr Bild an der passenden Nummer anbringen. Die Wand reagierte auf die eingegebenen Daten: Gruppen mit ähnlichen Antworten wurden nacheinander beleuchtet, wodurch sich immer neue Konstellationen und Muster ergaben – ein sich wandelndes Abbild von Vielfalt, Übereinstimmung und Unterschiedlichkeit.

Eine Wand mit vielen ausgedruckten Poirtraitfotos und einer überlagernden Projektion. Über den Bildern wird gerade die Frage "alte oder neue Mensa" projiziert und einzelne Personen sind dazu angeleuchtet

Eine weitere Installation kombinierte Licht und Projektion, um demokratische Werte und Fakten visuell erlebbar zu machen. Eine Fläche aus hundert leuchtenden Pixeln zeigte Prozentwerte, während parallel Texte und Fragen zum Thema Demokratie projiziert wurden. So entstanden dynamische Verbindungen zwischen Daten, Raum und Wahrnehmung.

Leuchtinstallation mit 100 Lichtern, die Prozentuale Fakten anzeigen kann in Kombination mit einer Text Projektion
Automat mit Bonddrucker

Zum Abschluss konnten Besucher ihre Nummer an einer interaktiven Station – einem an Fahrkartenautomaten erinnernden Gerät – erneut eingeben. Ein Bon-Drucker gab daraufhin ihr Foto zusammen mit weiterführenden Informationen und einem QR-Code aus. Dieser führte zu konkreten Handlungsanregungen, etwa sich das Stadtparlament anzusehen oder sich in der Fachschaft zu engagieren.

Neben inhaltlicher Auseinandersetzung mit Demokratie stand vor allem die Schnittstelle zwischen digitalem Design, physischer Gestaltung und Interaktion im Mittelpunkt. Für die Herstellung der Exponate kamen unterschiedliche digitale Fertigungstechniken zum Einsatz – von 3D-Druck und Lasercutting bis zur CNC-Fräse und zum Schneideplotter. Auch die gesamte Interaktionslogik wurde eigens entwickelt.

Studierende im Labor arbeiten an der Ausstellung

Das Demokratielabor zeigt exemplarisch, wie im Lehrgebiet edt. gesellschaftliche Themen mit digitalen Entwurfs- und Produktionsmethoden verknüpft werden können. Es verdeutlicht, wie hybride, interaktive Ausstellungsräume entstehen, in denen architektonisches Denken, Gestaltung und Technologie zu einem gemeinsamen Experimentierfeld werden.