Im Sommersemester 2024 entstand im Masterkurs Neue Medien II – Mixed Media des Lehrgebiet emerging design Technologies (edt.) das Demokratielabor – eine interaktive Ausstellung, die sich experimentell mit dem Thema Demokratie beschäftigte. Die Studierenden entwickelten eigenständig räumliche, digitale und mediale Installationen, die Besucherinnen und Besucher dazu einluden, über Demokratie nachzudenken, sie zu erleben und neu zu interpretieren.

Am Anfang der Ausstellung stand eine begehbare Box, die als Einstieg und Orientierung diente. Hier beantworteten die Besucher Fragen zu ihrem Demokratieverständnis, machten ein Foto von sich und erhielten einen Ausdruck mit einer individuellen Nummer. Diese Nummer begleitete sie durch die gesamte Ausstellung. Im Inneren der Box inszenierten kleine Theatrinos verschiedene Szenen rund um demokratische Prozesse und alltägliche Formen des Miteinanders.
Im Hauptraum des Demokratielabors wurden alle aufgenommenen Fotos an einer großen Wand sichtbar. Dort konnte jede Person ihr Bild an der passenden Nummer anbringen. Die Wand reagierte auf die eingegebenen Daten: Gruppen mit ähnlichen Antworten wurden nacheinander beleuchtet, wodurch sich immer neue Konstellationen und Muster ergaben – ein sich wandelndes Abbild von Vielfalt, Übereinstimmung und Unterschiedlichkeit.

Eine weitere Installation kombinierte Licht und Projektion, um demokratische Werte und Fakten visuell erlebbar zu machen. Eine Fläche aus hundert leuchtenden Pixeln zeigte Prozentwerte, während parallel Texte und Fragen zum Thema Demokratie projiziert wurden. So entstanden dynamische Verbindungen zwischen Daten, Raum und Wahrnehmung.


Zum Abschluss konnten Besucher ihre Nummer an einer interaktiven Station – einem an Fahrkartenautomaten erinnernden Gerät – erneut eingeben. Ein Bon-Drucker gab daraufhin ihr Foto zusammen mit weiterführenden Informationen und einem QR-Code aus. Dieser führte zu konkreten Handlungsanregungen, etwa sich das Stadtparlament anzusehen oder sich in der Fachschaft zu engagieren.
Neben inhaltlicher Auseinandersetzung mit Demokratie stand vor allem die Schnittstelle zwischen digitalem Design, physischer Gestaltung und Interaktion im Mittelpunkt. Für die Herstellung der Exponate kamen unterschiedliche digitale Fertigungstechniken zum Einsatz – von 3D-Druck und Lasercutting bis zur CNC-Fräse und zum Schneideplotter. Auch die gesamte Interaktionslogik wurde eigens entwickelt.

Das Demokratielabor zeigt exemplarisch, wie im Lehrgebiet edt. gesellschaftliche Themen mit digitalen Entwurfs- und Produktionsmethoden verknüpft werden können. Es verdeutlicht, wie hybride, interaktive Ausstellungsräume entstehen, in denen architektonisches Denken, Gestaltung und Technologie zu einem gemeinsamen Experimentierfeld werden.