2007 wurde an unserem Fachbereich eine Stiftungsprofessur eingerichtet und mit Prof. Kerstin Schultz besetzt. Förderer sind die regional verankerten Firmen Knauf Gips KG und Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH, die die Professur mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle finanzieren. 
Darüber hinaus geben sie den Studierenden über Werksbesichtigungen, Seminare, Workshops, Projekte und Vorträge Einblicke in das Geschehen im Baugewerbe. Die Stiftungsprofessur richtet sich gleichwohl an Studierendeder Fächer Architektur und Innenarchitektur. Der Fokus der Lehre liegt auf Trocken- und Leichtbaukonstruktionen. 


Eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis unterstützt die


Studierenden darin, ein besseres Verständnis für das Ineinandergreifen gestalterischer, konstruktiver, technischer und energetischer Faktoren zu erhalten. Eine der Zielsetzungen der Stiftungsprofessur ist daher eine praxisorientierte und interdisziplinäre Auseinandersetzung mitgestalterischen, technologischen und energetischen Themen, insbesondere beim Umgang mit bestehender Bausubstanz.

SCHNITTSTELLE INNEN UND AUSSEN
Besondere Beachtung erhält die vertiefende Auseinandersetzungmit Architektur an der Grenze von Innenraum zu Außenraum im Fassadenbereich, sowie von Gebäudestruktur und Gebäudeausbau. Im Zentrum stehen dabei in Leichtbauweise ausgeführte Baukonstruktionen, Ergänzungen, Aufstockungenoder Sanierungen.

RAUMKONZEPTE UND FARBKONZEPTE
Ein weiterer Schwerpunkt gilt der Entwicklung von Farb- und Lichtkonzepten im Raum. Farbe wird als gestalterisches Potenzial und Material betrachtet und im Hinblick auf ihre Möglichkeiten, eine Entwurfsidee zu stärken, von Anfang an miteinbezogen. Es gilt, die Parameter der Farbwirkung kennen zu lernen und die Wechselbeziehung von Farbe, Licht und Raum zu verstehen.

LEHRANGEBOT
Das Lehrangebot ist in drei Themenblöcke strukturiert: Raumbildender, technischer, konstruktiver Ausbau, Farbe, Licht und Raum und projektbezogenes Arbeiten. Es besteht die Möglichkeit der Vertiefung im konsekutiven Masterstudiengang.


Handwerk, Hochschule, Verbände und Industrie werden durch
die gemeinsame Arbeit an der Hochschule zusammengeführt
und befinden sich in stetigem Austausch. Es erschließt sich
ein neues Wissens- und Erfahrungsgebiet, mit dem sich die
angehenden Architektinnen und Architekten auseinandersetzen.
Das Untersuchen der Eigenschaften der unterschiedlichen Baustoffe,
Verarbeitungsprozesse und Montagetechniken sind unverzichtbare
Bestandteile eines praxisbezogenen Studiums.


SEMINARE UND SCHULUNGEN


Das Fachwissen der Knauf Akademie fließt in Form von 
Vorträgen zu den Themenschwerpunkten Raumakustik, 
Schallschutz und Konstruktionsarten in die Lehre ein und 
bildet die theoretische Basis für die Anwendung im Entwurf 
und die praktische Umsetzung im Praxisworkshop. 
Anschauungsmaterial in Form von Mustern und Broschüren 
untersützt die Wissensvermittlung.

PRAXIS WORKSHOP UND EXKURSION
Praxisorientierte Workshops und Seminare bringen Einblicke
in den Baualltag und ermöglichen das Erlernen handwerklich
technischer Fähigkeiten. In Praxisworkshops werden verschiedene
Standardkonstruktionen vorgestellt und von den
Studierenden unter Anleitung in der Lehrwerkstatt der Firma
Knauf in Iphofen gebaut.

UMSETZUNG
Im Wettbewerb Phantasiewelten erhielt der Entwurf »Frame«
der Studentin Friederike Nürnberg einen ersten Preis und
wurde auf der Messe Farbe, Ausbau und Fassade, München
2010 als Ausschnitt im Maßstab 1:1 realisiert. Die Schüler
der Meisterschule Heilbronn und Studierende der h_da arbeiteten
intensiv über ein halbes Jahr an der Realisierung von
Projekten in Trockenbauweise und lernten gegenseitige Positionen
kennen. Diese Kooperation hat bewiesen, dass eine
frühzeitige Zusammenarbeit von Meisterschülern des Handwerks
mit den Studierenden den Teamgeist fördert und zu
überzeugenden und hochwertigen Ergebnissen führen kann.


Die Kooperation mit Caparol umfasst ein weites Spektrum an Möglichkeiten in der Verwendung von Farben, Lacken,
Lasuren und Putzen. Das hier innewohnende gestalterische Potenzial mit unterschiedlichsten Oberflächen, Verarbeitungstechniken und Farbigkeiten verfügt über einen hohen ästhetischen Reiz für die Studierenden.


Durch die Einführung der Energieeinsparverordnung und die Entwicklung von


Wärmedämmverbundsystemen erhält auch die Fassadenplanung eine neue Dimension. Dieser kommt in konstruktiver, technischer und gestalterischer Hinsicht große Bedeutung zu, daher ist die Einbindung in
ein energetisches als auch gestalterisches Gebäudekonzept elementarer Bestandteil eines jeden Entwurfes.

SEMINARE UND PRAXIS WORKSHOPS
In Seminaren, Workshops und Übungen werden die Studierenden
sowohl an die materialtechnische als auch an die
ästhetisch-gestalterische Seite von Farbe herangeführt. Bauphysikalische
Eigenschaften und technische Normen von
Beschichtungsmaterialien werden erläutert und die Grundlagen
zum Umgang mit Werkzeugen und Verarbeitungstechniken
gelehrt. Systembauweisen werden ebenso dargestellt
wie Innovationen, die die technischen Möglichkeiten
erweitern.
Neben der Erforschung wahrnehmungspsychologischer Aspekte
und damit verbundener Sehgewohnheiten werden in
Kooperation mit dem Caparol FarbDesignStudio die Raumbeziehungen
von Farbe, Material, Licht im Kontext studiert.
Die dreidimensionale Farbgestaltung lässt Farbe als eigenes
Material begreifen. Das Studieren der Gesetzmäßigkeiten
von Farbe ist dabei ebenso faszinierend wie die Untersuchung
verschiedener Oberflächentexturen und Materialitäten.
Es zeigt sich, dass die Verknüpfung des praxisorientierten Erfahrungswissens
mit der freien Herangehensweise von Wissenschaft
und Lehre viel Kreativität freisetzt. Kompetenz und
Erfahrungen sind wichtige Bausteine im Vermittlungsprozess,
aber auch die freie, offene Herangehensweise an Themen und
Projekte wird unterstützt, was sich an unterschiedlichen Projekten
zum Thema Farbe veranschaulichen lässt.

UMSETZUNG
Mit dem Umbau der werkseigenen Kantine durch Studierende
zeigte sich, dass auch die Projektumsetzung als konse-
quente Weiterführung des Erlernten ein wichtiger Bestandteil
der Ausbildung ist, welcher durch die Stifter gefördert wird.