Was steht hinter dem Darmstädter Y-Modell und was bietet dieses Modell, das einzigartig in der deutschen Architektenausbildung ist? Architektur definiert sich über die Gestaltung der Hülle und über die atmosphärische Wirkung der Innenräume. Das Y-Modell baut auf der gemeinsamen Basis von Architektur und Innenraum auf, als zwei Seiten einer Medaille, die untrennbar miteinander verbunden sind und von denen trotzdem jede ihre Eigenarten aufweist. Die räumliche, dreidimensionale Gestaltung ist zentrales Element der Architekten- und Innenarchitektenausbildung.

In diesem Sinn beginnt das Studium im Bachelor-Programm mit drei gemeinsamen Semestern der Studierenden der Architektur und Innenarchitektur, in denen das Gemeinsame der beiden Disziplinen im Vordergrund steht. Nach dieser integrativen"Grundausbildung" erfolgt ab dem 4. Semester eine schrittweise Auffächerung der Inhalte mit Spezialisierungen in den jeweiligen Disziplinen, in denen die Kompetenzen für das jeweilige Einzelfach erlernt werden. 

Auch das Master-Programm beginnt mit


einem "integrativen"Semester, in dem Inhalte aus beiden Teildisziplinen gemeinsam studiert werden. Das Studium im Master ist aber freier, bietet einen großen Wahlbereich und erlaubt den Studierenden eigene, selbst gewählte Schwerpunkte zu vertiefen. So können Inhalte an der Schnittstelle von Architektur und Innenarchitekturbelegt werden, oder aber Schwerpunktein der Architektur wie Baukonstruktion, Projektentwicklung, Städtebau, Nachhaltiges Bauen u. v. m. In der Innenarchitektur bieten sich Schwerpunkte wie z. B. Messebau, Möbelbau und Lichtplanung an.

In der Praxis bietet die integrative Ausbildung für die Innenarchitekten durch die Planung eines Wohnhauses im Bachelorstudium die Möglichkeit der kleinen Bauvorlageberechtigung. Viel wichtiger ist aber, dass Architekten und Innenarchitekten lernen, nicht in disparaten Sektionen zu denken, sondern frühzeitig gemeinsam Projekte integrativ anzugehen und umzusetzen.