Workshop Architekturfotografie
Claude-Monet-Weg 2, 64372 Ober-Ramstadt
Ehemalige Direktorenvilla der Automobilwerke Röhr

Historischer Hintergrund

Hans Gustav Röhr gründete am 30. Oktober 1926 zusammen mit Hugo Greffenius, Hauptaktionär der MIAG, die Röhr Auto AG. Zusammen hatten beide ein Startkapital von ca. 500.000 Reichsmark. Im selben Jahr wurde das Gelände der Falcon Automobilwerke in Ober-Ramstadt übernommen. Im Herbst 1927 begann die Produktion des Röhr 8, dem der 1928 in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Röhr 8 Typ R folgte. Das Fahrzeug war ein wirtschaftlicher Erfolg und man erreichte im selben Jahr einen Auftragsbestand von 2.200 Röhr-Wagen. Röhr beschäftigte 1929 etwa 800 Mitarbeiter. 1930 während der Weltwirtschaftskrise, mussten die „Röhr Auto AG“ Konkursanmelden.Anfang 1931 stoppte die Produktion vorerst. Die Röhr Auto AG wurde mit Einverständnis der Gläubiger vom schweizerischen Röhr-Generalvertreter Joos Andreas Heintz übernommen, Hans Gustav Röhr verließ das Unternehmen. Unter dem Namen Neue Röhr AG wurde im April 1931 die Produktion wieder aufgenommen. Im Frühjahr 1932 wurde als neues Modell der Röhr Junior vorgestellt. Die Neuen Röhr-Werke im Ochsenbruch (heute MIAG-Gelände) fertigten in den Jahren 1933-1935 etwa 1700 Röhr-Junior.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und deren anschließende Repressalien gegenüber jüdischem Kapital schwächten die Röhr AG nachhaltig. Im Dezember 1934 musste deswegen erneut Konkurs angemeldet werden. Die Werkstätten in Ober-Ramstadt wurden im Frühjahr 1935 geschlossen.

Wir besichtigen die ehemalige Direktorenvilla und dokumentieren das Gebäude – unter besonderer Beachtung der denkmalschutzrelevanten Komponenten.